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2020-04-27 Clash of Cultures – Der Beginn des French-&-Indian Wars

Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, die Zeit vor der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, war in Nordamerika gekennzeichnet von wachsenden Rivalitäten der Großmächte Frankreich und England.

Zwischen deren Interessen agierte zeitweise mit erheblichem Erfolg der mächtige Bund der Irokesen. Dabei ging es nicht nur um die Dominanz im hochprofitablen globalen Pelzhandel. Im Hintergrund stand das Verlangen der Europäer, ihren Einfluss auf die fernen westlichen Gebiete und damit auf den ganzen Kontinent auszudehnen.

Es war ein Zusammenprall der Kulturen, in dem es den wechselnden Allianzen lange Zeit nicht gelang, ihre Ansprüche eindeutig durchzusetzen.

1754 brach ein junger virginischer Offizier namens George Washington eine Auseinandersetzung vom Zaun, die als „French-&-Indian War“ in die Geschichte einging und in Europa zum Siebenjährigen Krieg wurde. Für Winston Churchill war sie der „erste Weltkrieg“. Dieser Konflikt führte zu tiefgreifenden Veränderungen in der Neuen Welt. Englands Sieg leitete paradoxerweise seinen Abstieg ein. Die Kolonisten entwickelten aus den hier gesammelten Erfahrungen ein Nationalgefühl. Die indianischen Föderationen lösten sich auf. Es begann eine Zeit des Übergangs, geprägt vom Machtanspruch der Europäer und der Indianervölker des Waldlandes, sowie dem Streben nach Unabhängigkeit der Bevölkerung der Kolonien.

Diese Zeit der Gewalt und ständigen Kämpfe formte den amerikanischen Kolonisten, der die europäischen Fesseln abstreifte und zu einer quasi sakralen Figur im Nationalmythos der USA, sowie zum Gegenstand literarischer Verklärung wurde.

Der „French-&-Indian War“ begann im pennsylvanischen Waldland, hatte Auswirkungen bis nach Europa, Afrika, Indien und in die Karibik und forderte weltweit mehr als 800.000 Menschenopfer.

In seinem Vortrag erläutert Kuegler den historischen Hintergrund dieses Schlüsselereignisses der amerikanischen Geschichte. Er schildert den Beginn der großen Auseinandersetzung zwischen Frankreich und England um die Beherrschung des Kontinents, die schließlich von beiden Mächten verloren wurde.

Dietmar Kuegler ist Nordamerikanist und Publizist. Er ist Autor von mehr als 60 Fachbüchern und über 2.000 Artikeln zur amerikanischen Besiedelungsgeschichte. Seit 44 Jahren gibt er das MAGAZIN FÜR AMERIKANISTIK heraus, die älteste europäische Fachzeitschrift zu diesem Thema.

Ort: Englisches Seminar der CAU zu Kiel, Leibnizstr. 10 / 2.OG, 24118 Kiel
Datum:
27.04.20, 16 Uhr
Referent:
Dietmar Kuegler
Vortragsart:
Vortrag mit Bildern in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Nordamerikastudien an der Universität Kiel
Eintritt:
frei

 

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