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2018-12-03 Die Lyrikerin Emily Dickinson: Eine Pionierin der Moderne

Datum: 03.12.18
Uhrzeit:
19:00 Uhr
Art:
Vortrag und Lesung
Referentin:
Magda Kirndörfer
Ort:
Literaturhaus Schleswig-Holstein, Schwanenweg 13, 24105 Kiel
Eintritt:
7,- EUR (erm. 3,- EUR); Mitglieder 3,- EUR

Emily Dickinson gilt mit ihrer eigenwilligen Lyrik als eine Pionierin der Moderne.

Sie gehört in die Reihe der großen Dichter/Innen, die das 19. Jhdt. hervorgebracht hat. Ihre älteren Zeitgenossen/Genossinnen waren in England z.B. Elizabeth Barrett-Browning, die Brontë-Schwestern und George Eliot, die sie allesamt verehrte. In Amerika gehörten Nathaniel Hawthorne, Herman Melville und der Aufsehen erregende Dichterkollege Walt Whitman, die Philosophen Ralph Waldo Emerson und David Henry Thoreau zur „American Renaissance“, deren Werke ihr Schreiben entscheidend beeinflussten; und ganz wesentlich der Naturforscher Charles Darwin, der mit „The Origin of Species“ quasi Gott abschaffte. Dickinson wuchs auf in einer Umbruchzeit reich an Denkanstößen. Die Glaubensfestung wankte, der herrschende Puritanismus wurde in Frage gestellt, Frauen begehrten gegen ihre traditionelle Rolle auf, die Sklavenfrage spaltete die Nation und mündete in einen Bürgerkrieg, der die USA in den Grundfesten erschütterte. Das alles hatte formende Wirkung auf Emily Dickinsons Denken und Dichten.
Mit Ausnahme von 10 Gedichten, die ihren Weg in die Öffentlichkeit fanden, blieb ihr Werk in ihrem privaten Umfeld. Sie integrierte zwar viele ihrer Gedichte in ihre Korrespondenz, aber den größten Teil band sie in kleine Hefte und legte sie in eine Truhe. Ihr Werk dem Schicksal überlassen, traf Dickinson keinerlei Vorkehrungen, es für die Nachwelt zugänglich zu machen. Ihre Schwester, die nach ihrem Tod bereits die gesamte Korrespondenz verbrannt hatte, zögerte zum Glück, als sie auf dieses Konvolut stieß. ***
Erst 6 Jahre nach ihrem Tod erschien ein erster Gedichtband, der schon im ersten Jahr 6 Auflagen erlebte. Ein erbitterter Familienstreit verhinderte im Folgenden eine Werkausgabe, so dass es erst 1950 zu einer Gesamtausgabe ihrer knapp 1800 Gedichte kam. Seitdem beschäftigt Emily Dickinson die Literaturwissenschaft weltweit.
Es gibt zunächst eine Einführung in ihre Biographie, danach wird eine Auswahl ihrer Gedichte zweisprachig gelesen. Die Zuhörer erhalten Texthefte, die sie gegen einen Kostenbeitrag anschließend erwerben können.

 

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