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10-27-2020 El Camino Real oder Kaliforniens „Traumstraße der Welt“

Ende des 18. Jahrhunderts erschlossen Franziskanermönche von Mexiko kommend die Küstenregion im heutigen Kalifornien und legten auf dem „Camino Real“, dem „Königsweg“, 21 Missionsstationen an, aus denen sich die heutigen großen und kleinen Städte entwickelten.
Grundverschieden sind die drei großen Städte: San Diego, die Geburtsstadt Kaliforniens, ist eine schmucke, sonnenverwöhnte, kulturbeflissene 1,4 Millionen Stadt nördlich der mexikanischen Grenze. Seine Bewohner preisen das angenehme Klima und nennen die Stadt selbstbewusst „America’s Finest City“. Großstädtische Probleme werden hier besser als in anderen kalifornischen Metropolen gelöst: die Smogbelastung, die Kriminalität, Stadt- und Regionalplanung. Daneben befindet sich in San Diego seit dem Ersten Weltkrieg der größte Kriegshafen der westlichen Welt. Bis heute ist das Militär der wichtigste Arbeitgeber der Region, obwohl inzwischen die Biotech- und Telekommunikations-Industrie eine große Rolle spielt.
Los Angeles, die Riesenstadt im Süden mit 71 x 47 km Fläche, ist weit mehr als das Touristenziel Hollywood und Disneyland. Sie gilt als führendes Zentrum in den Bereichen Produktion, Handel, Transport und Finanzen und ist der weltgrößte Standort für die Flugzeug- und Raumfahrtindustrie. Sie ist unglaublich mobil und innovativ und versteht sich heutzutage als Trendsetter der Moderne. Neben vielen anderen Museen liegt auf einem Hügel ein heller Marmorpalast, das Getty Center, ein Traum von einem Kunstmuseum. Auf der anderen Seite ist L.A. aber auch die Stadt mit der höchsten Luftverschmutzung in den USA, was kein Wunder bei der größten Fahrzeugdichte der Welt ist. Ein großes, ungelöstes Problem ist die hohe Kriminalitätsrate. Besonders die Bandenkriminalität lässt bestimmte Bezirke vor allem nachts zu „No-go-areas“ werden.
San Francisco, die kultivierte, kosmopolitische Metropole im Norden, könnte vom Flair her in Europa liegen. Mit nicht einmal 900.000 Einwohnern ist sie nicht viel größer als z.B. Frankfurt am Main. Daher verwundert es nicht, dass das Auto hier kein Muss ist wie sonst in den USA. Vielmehr laden die Straßen zum Flanieren oder zu Fahrten mit der allseits geliebten Cable Car ein. (Die Parkgebühren sind der reinste Horror!) Die Stadt sprüht vor Leben, huldigt der Eleganz und ist tolerant wie keine zweite in Amerika. Ihre beiden großen Brücken sind weltbekannt und ebenso Stadtquartiere wie Chinatown. Mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen der USA lässt es sich hier natürlich auch besonders gut wohnen. Nicht zu unterschätzen ist der berüchtigte Nebel, der häufig über der Stadt liegt und selbst im Sommer frösteln lässt.
Die „Traumstraße der Welt“, der Highway No. 1, führt nicht nur zu diesen Städten, sondern auch zu idyllischen Missionsstationen und kleinen, aber feinen Weinorten.

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Iberoamerikanischen Gesellschaft

Anmeldung erforderlich über info@amerika-gesellschaft.de

Datum: 27.10.2020, 19 Uhr
Ort: Deutsch-Ibero-Amerikanische-Gesellschaft, Didrichstr. 2, EG, Raum 3
Referentin: Dr. Almut Mey
Vortragsformat: Vortrag mit Digitalbildern
Eintritt: 4€, erm. und Mitglieder 2€

 

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